Letzter Törn mit Calimero

Mit einem sehr eigenartigen Gefühl im Bauch schreibe ich diesen Blog, wohlwissend, dass es wohl der letzte sein wird, in dem ich über unsere Erlebnisse mit Calimero berichte.

Wir haben Anfang des Jahres Calimero zum Kauf angeboten, da wir unseren Katamaran in Auftrag gegeben haben. Dieser soll im Frühjahr 2020 ausgeliefert werden. Wir überlegten lange ob wir Calimero auch noch nächste Saison behalten sollten, der Bauch sagte « ja », der Kopf dagegen « nein ». Schlussendlich siegten die rationnellen Argumente : lieber Calimero dieses Jahr verkaufen und so nicht das Risiko laufen, nachher zwei Boote zu besitzen, wenn wir keinen Käufer bis Herbst 2019 finden würden. Jetzt haben wir Calimero am Ende der Saison verkauft, konnten es noch fast die ganze Segelsaison 2018 nutzen, die Winterarbeiten, einschliesslich des Neuanstrichs des Antifoulings bleiben uns so auch erspart. Eigentlich ideal, aber ich fühle mich, als hätte ich einen treuen Begleiter im Stich gelassen und so richtig will ich mir auch nicht vorstellen, dass wir jetzt 1 ½ Jahre kein Boot mehr besitzen auf welchem wir dem Alltag entfliehen können.

Am Freitag morgen, nach dem Frühstück, haben wir sofort damit begonnen Calimero auszuräumen. Schon beieindruckend wieviele Sachen sich in den letzten Jahren auf Calimero angesammelt hatten. Zuhause hatte ich noch daran gezweifelt, ob wir wirklich den Anhänger bräuchten, aber Guy hatte Recht. Ohne Anhänger hätten wir mit Sicherheit nicht genügend Platz gehabt. Nachdem das Meiste geschafft war, genehmigten wir uns eine Pause und machten einen (letzten) ausgiebigen Spaziergang durch Lelystad. Danach war Grossputz angesagt, Guy kümmerte sich um den nötigen Glanz draussen und ich säuberte Calimero drinnen. Nach den 3 Wochen « Sommertörn » hatte sich nämlich recht viel Dreck angesammelt und wir wollten Calimero seinem neuen Besitzer ja auch schön sauber übergeben.

Danach gings dann ab in die Dusche und anschliessend ins Hafenrestaurant. Hier haben wir den Abend dann gemütlich ausklingen lassen. Der Abend war sehr angenehm und das Essen lecker, aber mich verfolgte dauernd der Gedanke, dass dies jetzt alles zum letzten Mal war und das machte mich doch sehr traurig.

Eigentlich hatten wir anfangs vor am Sonntag morgen auf direktem Wege von Lelystad nach Stavoren zu segelen, denn der neue Liegeplatz von Calimero wird in Stavoren sein, doch als wir die Strecke noch einmal genau unter die Lupe nahmen, stellten wir fest, dass es doch mehr als die geschätzten 20 sm waren. Also beschlossen wir uns die Strecke aufzuteilen und über Enkhuizen zu fahren. Hier würden wir dann übernachten und am Sonntag weiter hoch nach Stavoren segelen. Also zwei Mal ungefähr 15 sm und der Wind würde es uns auch mal wieder ermöglichen zu segelen, eine willkommene Abwechslung !

Chico hatte auch nichts gegen den Plan einzuwenden 😉

1Chico Kaarten

Am Samstag morgen gegen 10Uhr haben wir dann die Leinen losgemacht und « unseren » Hafen in Lelystad endgültig verlassen mit Kurs auf Enkhuizen.

Hier ein letztes Foto das ich beim Rausfahren als Erinnerung gemacht habe. Ich muss zugeben, ich kämpfte mit den Tränen. Es war ein blödes Gefühl. Man weiss, man muss etwas aufgeben, wenn man etwas anderes will, aber es schmerzt trotzdem.

2Eddi Lelystad

Calimero machte super Fahrt so dass wir schon nach 2 ½ Stunden im Compagnieshafen ankamen. Nach dem obligatorischen Anlegerbier, machten wir uns auf in die Stadt um uns  ein paar Borrels zu genehmigen. Nicht zu oft, aber manchmal mag ich die kleinen runden Kugeln schon…so für den kleinen Hunger. Es war echt was los in Enkhuizen, viele Besucher schlenderten durch die Strassen. Als wir an der Schleuse vorbeigingen, entdeckte Guy Leute oben auf dem Turm.

3 Turm20180908_154552

Dann fielen mir die Schilder ein, die ich hier und da gesehen hatte mit der Aufschrift « Monumentopendag ». Ja, heute schien so etwas ähnliches wie Tag der offenen in alten Bauwerken hier in Enkhuizen zu sein. Schnell fanden wir den Eingang und stiegen die Treppen hoch bis aufs Dach. Chico war natürlich mit dabei, aber auf dem Arm, die vielen schmalen Treppen wollte ich ihm dann doch nicht zumuten.

Von hier aus hatten wir total schöne Ausblicke auf den Innenhafen, die Schleuse und die Umgebung. Jetzt waren wir ja schon mehrere Male in Enkhuizen, aber heute hatten wir dann doch noch einmal neue Eindrücke bekommen. Hier ein paar Fotos von der schönen Aussicht :

Im späten Nachmittag sind wir dann zu Calimero zurück und haben hier noch ein bischen relaxt bevor wir uns fürs Abendessen fertig gemacht haben. Heute war wirklich ein schöner Tag, den wir auch beide sehr genossen haben. Sogar der Regen machte heute endlich mal eine Pause !

Am Sonntag morgen sind wir wieder so gegen 10 Uhr los, diesmal Kurs Stavoren.

Am Anfang sind wir noch gesegelt, der Wind kam seitlich von achtern, so dass wir recht gut Fahrt machten. Danach drehte er aber leider immer mehr nach SW, so dass wir voll Rückenwind hatten und wir kaum noch mehr als 5 Knoten Fahrt machten. So beschlossen wir weiter zu motoren, denn wir wollten auch nicht zu spät in Stavoren eintreffen, wohlwissend, dass der neue Besitzer noch sicher ganz viele Fragen haben wird.

Als wir im Hafen ankamen, warteten sie schon gespannt auf uns und Calimero. Guy manövrierte Calimero noch ein letztes Mal sicher in seine neue Box und ich kümmerte mich um die Festmacher. Alles verlief ohne Probleme. Zusammen mit den neuen Besitzern stossen wir auf die gelungene Überfahrt an. Dann kam der weitaus unschönere Teil : wir mussten unsere letzten Sachen zusammenpacken und vom Schiff bringen. Wieder so ein blödes Gefühl.

Nachdem Guy alles erklärt hatte und alle Formalitäten erledigt waren, halfen wir den neuen Besitzer noch einen Teil ihrer Koffer auf Calimero zu bringen, denn sonst wäre kein Platz im Wagen gewesen um uns zurück nach Lelystad zu unserem Wagen zu bringen. Guy und ich, wir sassen neben Calimero auf dem Steg und schauten zu wie die neuen Besitzer ihre Sachen in den Innenraum von Calimero brachten. Das war ein echt sch…. Gefühl. Ich sagte zu Guy, dass ich mir vorkäme wie zwei Aussässige. Ich wusste, dass es schwer werden würde, Calimero hier stehen zu lassen, aber es war umso härter, weil wir den neuen Besitzer nicht einfach nur die Schlüssel übergaben, sondern zusehen mussten, wie sie Calimero sofort mit all ihren Habseligkeiten in Besitz nahmen. Ja, natürlich ändert das im Prinzip nichts, wir haben Calimero verkauft, es gehört uns nicht mehr, aber es war echt hart. Auch Guy, der mir die letzten Tage immer wieder gesagt hat, ich solle nicht übertreiben, nicht melancholisch werden, es wäre nur ein Boot, ein Gegenstand…auch er kämpfte jetzt mit den Emotionen.

Ja, wir haben viele schöne Erfahrungen auf und mit Calimero gemacht, das verbindet !

In Lelystad angekommen, packten wir die letzten Koffer in den Anhänger und machten uns auf den Rückweg nach Luxemburg. Und wir sollten wieder Pech haben, denn die A27 war gesperrt, so dass wir einen längeren Umweg über den Ring von Amsterdam in Kauf nehmen mussten…grrr. Nach 5 ½ Stunden waren wir endlich zuhause angekommen.

Das wars…Calimero gehört jetzt der Vergangenheit an. Ich bin mir sicher, dass ich noch oft an die vielen schönen Augenblicke zurückdenken werden. Wir hatten Calimero gekauft, als Trainingsboot, wohlwissend, dass wir es wieder verkaufen werden, wenn das neue Kapitel Katamaran beginnt. Jetzt heisst es sich in Geduld üben….bis Frühjahr 2020…nicht gerade meine Stärke, aber mir bleibt nicht viel anderes übrig.

Raymonde

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Rückfahrt nach Lelystad

Nachdem wir einen angenehmen stresslosen Abend (und Nacht) in Bruinisse verbracht haben, haben wir uns morgens auf den Weg zurück Richtung Hollands Diep gemacht. Ja, wir haben uns dazu entschieden wieder über die Staandemastroute zurückzufahren, denn die Wetterprognosen liessen uns Schlimmes befürchten. Wir hatten ja geplant durch die Nordsee hoch nach Ijmuiden zu segeln, aber daran war nicht zu denken, denn wir würden den Wind (15-25 Konten) die nächsten zwei Tage genau auf die Nase bekommen. Das Wetter spielte also wieder einmal so gar nicht mit und wir wollten definitiv nicht riskieren 60 sm gegen Wind und Welle mit Motor ankämpfen zu müssen…das Ganze gekrönt mit regelmässigen Regenschauern…Nein, dann lieber wieder die ganze Strecke durch die Kanäle zurück, langweilig, aber dann doch erträglicher.

Naja, Jubelschreie machten wir nicht, aber wir hatten keine andere Wahl.

Wir fuhren gute 6 Stunden und machten dann Halt in einem Hafen, dessen Hafenmeister sich ziemlich überrascht zeigte, dass an diesem Montag Abend Anfang September noch Gäste eintreffen würden. Er überreichte uns den Duschentürenschlüssel und meinte, wir wären  bestimmt die ersten und letzten Gäste für heute und sollten ihm den nachher einfach an die Bürotür hängen.  Das Hafenrestaurant war auch geschlossen, aber das Restaurant eines angrenzenden Ferienresorts hatte die Küche noch bis 20Uhr geöffnet.

Am nächsten morgen haben wir uns schnell nach dem Frühstück auf den Weg gemacht, denn wir wollten heute Strecke machen, mindestens bis nach Gouda. Damit wir so wenig wie möglich Zeit verlieren würden, hatten wir die Brückenöffnungszeiten genau studiert und die Abfahrtszeit dementsprechend geplant.

Das klappte dann auch ganz gut, denn wir kamen ohne längere Wartezeiten durch die jeweiligen Brücken und Schleusen durch.

Eigentlich hatten wir geplant in Gouda zu übernachten, aber als wir in Gouda ankamen, stellten wir fest, dass wir auch noch rechtzeitig zur Öffnung der Goudabrücke in 5 Minuten ankämen. Da diese Brücke feste Öffnungszeiten hat, riskiert man dann schon mit etwas Pech mehrere Stunden Aufenthalt an einem Wartesteg ohne Anschluss zum Land. Genau vor dieser Brücke hatten wir ja schon bei der Hinfahrt die Erfahrung gemacht, dass wir mit etwas Pech 4 Stunden hätten warten müssen.

So haben wir uns spontan entschieden sofort durch und weiter zu fahren. Genau während der Durchfahrt unter der Brücke haben wir einen anderen luxemburgischen Segler gekreuzt. Welch ein Zufall…hätten wir uns nicht genau unter der Brücke getroffen, dann hätten wir bestimmt ein bischen gequatscht. Aber so war das definitv nicht möglich. Jetzt musste ein kurzes Zuwinken und ein erstauntes « HALLO, ein Luxemburger » reichen.

Wir haben an diesem Tag wirklich Strecke gemacht, gefühlt 45 sm, es waren dann aber laut GPS doch nur 35 sm. Denn wir mussten den grössten Teil der Zeit gegen den Strom motoren. Bei der Hinfahrt schob der Strom uns voran, diesmal war er leider gegen uns, aber darauf konnten wir nicht gross Rücksicht nehmen.

Gegen 19Uhr haben wir in einem Hafen im Brassemermeer festgemacht. Es reichte jetzt definitiv für heute. Und wieder verfolgte uns das Pech : das Hafenrestaurant war heute ausnahmsweise wegen dem Segelvereinsfest geschlossen. Super, so langsam glauben wir schon nicht mehr an Schicksal sondern an einen Fluch der uns verfolgt… Den Hafenmeister konnte ich auch nirgends finden, so dass ich froh war, dass ein schwedicher Segler, der gerade aus den Duschen kam, mir freundlicher Weise den Eingangscode des Samitärgebäudes verriet. Ohne diese freundliche Geste hätten wir nicht mal duschen oder auf die Toilette gehen können. Naja…aber jetzt wusste ich den Code ja. Nach dem Duschen habe ich uns dann eine Portion Nudeln zubereitet und ab gings in die Koje. Ach ja, da habe ich ja noch etwas vergessen…Nein, bevor es in die Koje ging, bekam Chico und ich noch eine gründliche Dusche, denn es regnete in Strömen. Inzwischen ging mir dieses dauernd schlechte Wetter so richtig auf den Kecks… 😩

Die Nacht sollte auch alles andere als erholend werden, denn ein Gewitter folgte dem nächsten. Es regnete so stark, dass es sich anhörte als würde jemand kleine Kieselsteine auf Calimero runterwerfen. Calimero zurrte und zitterte bei jedem Windstoss in den Seilen. Nein, erholsamer Schlaf war ein Wunschgedanke.

Morgens sind wir trotzdem wieder früh raus, denn wir wollten wieder unseren Brückenöffnungszeitenplan einhalten und das klappte auch diesmal sehr gut. Um 12.30Uhr sind wir dann durch die letzte Brücke vor der Schinkelschleuse durchgefahren. Jetzt hiess es hier am Wartesteg festmachen und warten bis diese dann gegen Mitternacht für den Konvoi durch Amsterdam geöffnet wird.

Als sich endlich eine Regenpause ankündigte, habe ich mich mit Chico auf eine ausgiebige Pippitour begeben, denn die letzten beiden Tage waren für ihn doch sehr langweilig. Danach haben wir uns auf die Siesta gelegt, denn wir wussten ja dass uns wieder eine ziemlich schlaflose Nacht bevorstand.

Ja…unter Ferien versteht man wohl eher etwas anderes. Dieses Mal fühlen wir uns echt nicht ausgeruht, im Gegenteil. Guy und ich, wir sind beide froh, wenn wir wieder im Ijsselmeer angekommen sind und dieses langweilige Motoren, diese Wartezeiten an den Brücken und Schleusen endlich ein Ende haben. Nein, wir sind nicht der Meinung, dass man die Staandemastroute einmal gemacht haben muss. Wir vertreten eher die Überzeugung, dass sie nur Mittel zum Zweck ist, wenn die Fahrt über die Nordsee abzuraten ist. Aber wie gesagt, das ist unsere Meinung.

Um 23 Uhr haben wir den Kanal 69 abgehört um die Infos über die Durchfahrt durch Amsterdam zu erhalten. Doch es gab nur Infos zur Nord-Süddurchquerung, nichts für uns. Wir waren insgesamt 3 Boote die sich angemeldet hatten für den Süd-Nordkonvoi und alle sassen wir in unseren Cockpits und warteten, dass die Schleusenlichter endlich auf grün schalten würden. Wir warteten und warteten…nichts ! So langsam war es echt schwer nicht im Sitzen einzuschlafen. Es wurde 1 Uhr, 1:30Uhr…um 2:00Uhr öffnete sich endlich die Schleuse und die Boote des Nord-Südkonvois verliessen die Schleuse.  Jetzt erst sprangen die Lichter auf grün und wir konnten endlich los. Ich empfand dies als grenzenlose Frechheit. Die Leute so lange warten zu lassen, ohne jegliche Information. Laut Almanach hätte die Schinkelschleuse, -brücke um 23.56 geöffnet werden müssen. Dann kann man doch wohl erwarten, dass die  Verantwortlichen den Bootsleuten über Funk Bescheid geben, dass mit einer Verspätung von 2 Stunden gerechnet werden muss. Man soll den Kanal 69 dauernd abhören aber dann null Info, was soll das ? Ich war total sauer, aber auch erleichtert, dass es endlich losging.

Da wir nur 3 Boote waren, verlief die Durchfahrt durch die Kanäle von Amsterdam viel flüssiger als bei der Hinfahrt. Das war angenehmer und es ging auch schneller voran.

Nachdem die 11 Brücken passiert waren, waren wir froh es endlich geschafft zu haben und steuerten die Marina Amsterdam an um uns ein paar Stunden Schlaf zu gönnen. Wir machten uns an dem ersten freien Stegende fest und fielen müde in unsere Koje. Doch hier verweilten wir nicht lange, denn schnell merkten wir, dass hier an Schlafen nicht zu denken war, denn Calimero lag sehr unruhig und wurde dauernd hin und her gerissen. Wir lagen einfach zu nah am Hafeneingang wo jedes im Kanal vorbeifahrende Schiff Wellen im Hafeneingangsbereich verursachte. Also wieder raus aus der Koje und rein in wärmere Kleider um Calimero weiter in den Hinterbereich des Hafens zu verlegen. Als Calimero schlussendlich sicher in einer freien Box lag, war es 04:30 Uhr vorbei.

Kurz nach 7Uhr wachte ich aber schon wieder auf, Chico wollte raus und ich fühlte mich auch unwohl bei dem Gedanken, dass der Eigentümer der Box zu jeder Zeit mit seinem Schiff auftauchen könnte und der wäre mit Sicherheit alles andere als erfreut darüber wenn wir in seiner Box liegen. So bin ich mit Chico auf Pippitour und habe anschliessend Guy geweckt. Ohne zu frühstücken sind wir dann gegen halb acht los Richtung Ijsselmeer. Während der Wartezeit an der Schleuse habe ich uns eine Tasse Kaffe gemacht. Anfangs wollten wir noch einen Zwischenstopp einlegen, in Muiden oder Almere, um dann am nächsten Tag weiter nach Lelystad zu segeln. Doch das Wetter war schon wieder so unangenehm, kalt, feucht, bedeckt, Nebel…so dass wir uns dazu entschlossen auf direktem Wege nach Lelystad zu motoren. Ja, wir mussten wieder motoren, denn der Wind war zu schwach zum Segeln und natürlich blies er uns wieder genau auf die Nase…

Wir waren wirklich froh als wir wieder in unserer Box in Lelystad lagen, doch auch sehr enttäuscht darüber, dass unsere Sommerferien dieses Jahr wirklich nicht dem entsprachen was wir uns erhofft hatten…Sehr schade !

 

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Schreckensnacht

Inzwischen sitze ich wieder hier in der Sonne, wir haben im Windschutz der Archipel Inseln geankert, sehr angenehm, schöne Landschaft, warm, Sonne, blauer Himmel…wäre da nicht das Geschrei der tobenden Kinder der umliegenden Boote, dann wäre es echt perfekt. Aber es ist halt Sonntag und viele Familien verbringen das Wochenende bei diesem herrlichen Sommerwetter hier auf ihrem Schiff. In der Woche und ausserhalb der Saison muss es hier traumhaft ruhig sein !

 

Mein Adrenalinspiegel hat sich auch so langsam wieder im Normalbereich eingependelt, aber das sah vor ein paar Stunden noch ein bischen anders aus.

Als ich gestern abend kurz vor 23h mit dem letzten Blog fertig war, habe ich mich nichtsahnend in die Koje gelegt. Der Wind hatte leicht zugenommen und leichte Wellen liessen Calimero ein bischen hin und her schwappen, doch nichts Unangenehmes, eher perfekt zum Einschlafen.

Gegen Mitternacht hatten sich die Wellen, die Calimero längsseits trafen, aber so stark aufgebaut, dass wir uns mindestens einen halben Meter hoch und runter am Steg bewegten.

Jedes Mal knirschte es im ganzen Boot wenn es voll in die Seile und dann wieder in die Fender gedrückt wurde.

Chico wurde immer ängstlicher, denn er rutschte regelrecht auf dem Kojenboden hin und her. So nahm ich ihn hoch ins Bett, aber auch dies konnte ihn nicht beruhigen. Als ich am Überlegen war, ob ich draussen was bewirken könnte, ggf. ein zusätzliches Seil, hörte ich ein paar Mal ein richtig dumpfes Geräuch. Calimero musste irgendwo gegenstossen. Noch bevor ich aus dem Bett geklettert war, hörte ich schon, dass Guy auf dem Weg nach draussen war.

Durch das Rauf- und Runterschaukeln, hatte sich ein Fender so nach oben bewegt, dass er auf dem Steg lag und nicht mehr schützend dazwischen. Gar nicht gut ! Schnell drückte Guy Calimero mit voller Kraft vom Steg weg und ich nutze die nächste passende Welle um den Fender wieder in Position zu bringen.

Da es aber nur eine Frage der Zeit war, bis sich der Fender wieder nach oben verschieben würde, holten wir auch noch die Fender der Steuerbordseite und plazierten diese zwischen Calimero und den Steg. Dann der nächste Schock. Als Guy den letzten Fender holen wollte, stellte er ganz erschrocken fest, dass unser Beiboot nicht mehr da war. Es hing nur noch einen kleinen Fetzen Seil da. Es war einfach durchgerissen. Wahrscheinlich hat es sich durch das starke Hin-und Herzurren an der Rehlingkante durchgescheuert. Wir suchten sofort die Umgebung mit einer Taschenlampe ab, aber vergebens. Wir konnten unser Gummischwein nirgends mehr entdecken. Auch das noch 😱 !

Es wurde uns so langsam klar, dass wir die Nacht hier nicht verbringen wollten. Es war einfach zu gefährlich. Würden die Wellen noch stärker werden, dann würde Calimero riskieren mit dem Bug unter den Steg zu kommen und die ganze Rehling könnte weggerissen werden. Wir mussten weg, aber auch dies war leichter gesagt als getan, denn wir mussten ja gegen Wind und Wellen ablegen und vorne und hinten war es recht eng. Guy entschied sich für eine Bugspring. Hier muss dann alles ganz schnell gehen sobald der Winkel zum Steg gross genug ist und das Seil darf sich auf keinen Fall verheddern beim Losmachen. Ich stand echt unter Druck, denn hier durfte ich jetzt nichts vermasseln.

Ein anderer Bootsbesitzer, dessen Boot ein bischen weniger von den Wellen getroffen wurde, kam uns noch zur Hilfe und wünschte uns eine gute Fahrt. Das Ablegen klappte, doch jetzt musste Guy noch auf all die Untiefen aufpassen. In der Nacht ist die Orientierung ohnehin viel schwieriger und wir kannten dieses Gebiet ja auch nicht wirklich gut.

Wir entschieden uns in den nächstgelegenen Hafen von Den Osse zu fahren um da irgendwo an einer freien Stelle anzulegen und hoffentlich ein paar Stunden schlafen zu können.

Wir machten an einem freien Stegende fest. Ufff…Guy legte sich sofort in die Koje, aber ich war innerlich noch so aufgeregt, dass ich es vorzug noch ein bischen mit Chico durch den Hafen zu spazieren…inzwischen war es 01 :00 Uhr.

Um 6 Uhr klingelte wieder der Wecker, denn wir wollten sofort bei Sonnenaufgang wieder rausfahren um unser Gummischwein zu suchen. Einfach so wollten wir es auf keinen Fall aufgeben. Ich hoffte, dass wir es wiederfinden würden, aber glaubte nicht wirklich daran. Wir mussten aus welcher Richtung Wind und Wellen kamen, aber das Gebiet, welches in Frage kam, war doch recht gross.

Gegen 6.45Uhr fuhren wir los, langsam an der Küste entlang und suchten mit dem Fernglas die Gegend ab. Nichts… 😟

Dann beschlossen wir noch einmal nach Ossehoek zurückzufahren in der Hoffnung, dass es doch vielleicht in diese Hafenbucht hineingetrieben wäre.

Und wir sollten sehr viel Glück haben, denn hier entdeckten wir unser Gummischein in einer Ecke zwischen Stegende und Schilff. Gestern abend in der Dunkelheit hatte ich es hier aber nicht gesehen. In einem gewagten Anlegemanöver setze Guy mich ab, damit ich unser Gummischwein abholen könnte.

Ich paddelte mehr schlecht wie recht gegen die Wellen zurück zum Boot. Guy warf mir ein Seil zu als ich in Reichweite war und zog mich so die letzen Meter an sich heran.

Was für eine Aufregung, aber wir haben es tatsächlich geschafft, unser Gummischwein zu bergen. Ufff…

Jetzt hiess es aber noch hier wieder schnell und ohne Schaden abzulegen, denn wir standen in der schmalen Einfahrtsgasse des Naturhafens, links der Steg, rechts ein Steinwall und die Wellen und der Wind trafen Calimero seitlich. Mit vollem Motoreinsatz, manövrierte Guy uns aber wieder aus dieser Gefahrenzone heraus…noch einmal UFFF !

Wir steuerten anschliessend die Archipelinseln an und ankerten hier auf der windgeschützen Seite. Nach dem Frühstück versuchten wir uns noch ein bischen hinzulegen, aber so richtig abschalten klappte dann doch nicht so wirklich. Aber wir hatten Glück, es ist nichts passiert, kein Schaden, wir haben unser Gummischwein wieder…aber es war brenzlig.

Den Rest des Tages haben wir hier an Anker verbracht…ohne Stress.

Im späten Nachmittag fuhren wir in den Hafen von Bruinisse um hier dann einen ruhigen Abend und eine erholsame Nacht zu verbringen.

Raymonde

 

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Amsterdam – Staandemastroute ins Greveldinger Meer

Grösser könnte der Kontrast jetzt fast nicht sein. Heute sitze ich hier im Bikini bei gefühlten 25 Grad und strahlendem Sonnenschein um diesen Blog zu schreiben. Vor einer Woche, als ich den letzten Blog verfasst habe, regnete es noch in Strömen und es war sch….kalt. Total der Herbsteinbruch. Ja, seit gestern ist der Somme zurückgekehrt und darüber freuen wir uns natürlich sehr ! Also doch noch ein bischen Sommerferienfeeling 😀

Am Montag sind wir also morgens, nachdem wir doch noch die richtigen Schrauben auftreiben konnten und Guy die Klemme wieder ordnungsgemäss befestigt hatte, Richtung Amsterdam gestartet. Es regnete nicht, das war schon mal positiv, aber leider konnten wir nur bis zur Höhe des Markerleuchtturms segeln, danach kam der Wind leider wieder voll von vorn, so dass wieder motoren angesagt war und Fahrt gegen die Wellen. Aber die waren noch nicht zu hoch, so dass der Weg nach Amsterdam erträglich war.

In Amsterdam angekommen, haben wir vor der Westerkanalsluis angelegt.

Der Schleusenmeister informierte uns, dass die nächste Öffnung der Brücke und Schleuse um 18h stattfinden würde und dass wir kurz danach vor der Eisenbahnbrücke wieder festmachen müssten und dann ab 23 Uhr Kanal 22 abhören müssten um alle weiteren Infos zu erhalten. Wir hatten also noch 2 Stunden Zeit um mit Chico auf Pippi- und Erkundungstour zu gehen. Wir machten einen Pizzaservice ausfindig bei dem wir abends Pizza bestellen wollten.

Pünktlich um 18Uhr öffnete sich die Brücke und wir legten vor der Eisenbahnbrücke wieder seitlich an. Es warteten schon zwei Boote da und es sollten auch noch später weitere 5 folgen, so dass der Konvoi durch Amsterdam aus 8 Booten bestand.

Nach unserem Pizzaabendessen, legten wir uns in die Koje, denn wir wollten ein bischen Schlaf bekommen, bevor die Nachtfahrt durch Amsterdam losgeht. Ich stellte mir für 22Uhr den Wecker um mit Chico auf Pippitour gehen zu können bevor es losgeht. Ich muss eingestehen, dass ich ein leicht mulmiges Gefühl im Bauch hatte als ich um diese Uhrzeit in einem Vorstadtviertel von Amsterdam mit Chico in der Dunkelheit unterwegs war…aber ging alles gut. Kurz nach 23h kam dann auch ein Funkspruch mit einer Info über Brückenöffnung geplant für 23.57h und noch irgendetwas danach, was wir aber leider nicht verstanden…natürlich war der Funkspruch wieder nur auf Niederländisch, das nervt schon ein bischen. Später, wussten wir dann auch, was die weitere Info war, denn wir mussten bis 01 :00 Uhr warten bis endlich der letzte Zug vorbei war und sich die Brücke für den Konvoi öffnete. Diese Durchfahrt durch Amsterdam war schon ein einmaliges Erlebnis, aber Guy musste dauernd hoch konzentriert sein, denn der Konvoi kam immer wieder ins Stocken, wenn eine Brücke noch geschlossen war und jeder abbremste oder wenn Gegenverkehr anstand, den man erst im letzten Moment sah. Er meisterte aber alles perfekt 😉

Hinter der Schinkelbrug sind 6 Boote rechts rangefahren und haben dort wahrscheinlich den Rest der Nacht verbracht. Nur wir und ein anderes Boot sind weitergefahren bis zur Bosrandbrug. Da diese erst um 5 Uhr wieder öffnet, haben wir uns für weitere 2 Stunden aufs Ohr gelegt. Kurz vor 5h ging also wieder der Wecker, wir funkten die Brücke an und kurz nach 5h konnten wir durchfahren. Etwas weiter kam dann die Aalsmeerderbrug die aufging als wir uns ihr näherten. Kurz vor dem Braassemermeer haben wir uns dann auch entschlossen eine Pause einzulegen. Das andere Boot war ab jetzt alleine unterwegs. An dieser öffentlichen Anlegestelle haben wir uns noch für weitere 2 Stunden hingelegt und anschliessend gefrühstückt. Trotz der vielen Schlafunterbrechungen fühlten wir uns eigentlich noch relativ fit, nur Chico, der wusste nicht so recht was da die letzte Nacht los war und warum seine Menschen da immer wieder in Action getreten sind. Dass er ein bischen durcheinander ist, das kann ich ihm ja auch nicht verdenken, ist ja nicht alltäglich in so einem Hundeleben….

Nach dem Frühstück ging unsere Fahrt weiter durch Alphen am Rijn, Boskoop und weiter bis zur Spoorbrug Gouda.

Hier ein paar Brückenfotos, die wie ich finde, doch recht spektakulär sind :

Der Weg bis nach Gouda war geprägt durch viele verschiedene Eindrücke.

Der Kanal am Shiphol-Flughafengelände entlang war schon einzigartig. Da wir aber in der Nacht daran vorbei fuhren, war der Flugverkehr aber eingestellt.

Im Aalsmeer und im Braassemermeer konnten wir viele sehr schöne und teuere Anwesen bestaunen in perfekter Lage mit Schiffs-und Autogarage.

Rund um Aalsmeer gab es sehr viele Gewächshäuser, Alphen am Rijn erschien uns sehr belebt zu sein, mit vielen Terrassen, Restaurants und Bars, die Gegend um Boskoop war sehr industriel.

Kurz bevor wir die Spoorbrog von Gouda erreichten, telefonierte ich dem Brückenmeister ob er uns die Brücke für die im Almanach angegebene Zeit öffnen würde. Wir bekamen die schlecht Nachricht, dass zwischen 16 und 18h die Brücke nur für Werkverkeerschiffe geöffnet würde und ein solches hätte sich aber leider nicht angemeldet, so dass wir dann leider bis 20h warten müsste. Das war echt eine sehr schlechte Nachricht zumal da seiner Wartezeit von 4 Stunden gleichkam. Und was erschwerend dazu kam, der Wartesteiger vor der Brücke war freistehend im Wasser und nicht mit dem Land verbunden. Gar nicht gut, denn es war inszwischen auch Pippizeit für Chico.

So kehrten wir erstmal um und suchten einen Platz wo Guy mich entweder mit Chico absetzen oder wir uns kurz festmachen könnten. Wir erblicken eine Strassenlampe, die mit Sicherheit nicht fürs festmachen gedacht ist, aber etwas besseres konnten wir nicht finden. Also machten wir hier seitlich fest und ich sprang mit Chico rüber. Ich hatte vorsichtshalber das Handy mitgenommen, damit Guy mich sofort anrufen kann, wenn jemand meckert und ihn auffordert sofort wegzufahren. Nach ein paar Minuten klingelte auch mein Telefon, doch es war nicht Guy, es war der Brückenmeister von Gouda, dass ein anderes Schiff sich gemeldet hätte und dass wir kurz nach 16 Uhr durchfahren könnten. Das war vielleicht eine richtig gute Neuigkeit !

Ich rief Guy sofort an, dass ich auf dem Rückweg bin und verkündete ihm die erfreuliche Nachtricht. Während wir bei der Brücke warteten, reservierte ich uns auch einen Liegeplatz im Hafen W.V. Gouda.

Als wir im Hafen ankamen, sollten wir einen Schreck bekommen, furchtbar eng, alles schon voller Boote, nur noch 10cm Wasser unter dem Kiel…hmm, nicht gut. Der Hafenmeister kam aber sofort sehr freundlich auf uns zu und gab uns Anweisungen wie wir Calimero an einem anderen Schiff festmachen sollten. Im Päckchen liegen, das was wir eigentlich so gar nicht mögen. Und es sollte auch nicht dabei bleiben, denn kurz nachdem wir festgemacht hatten, kam noch ein weiteres Boot, welches sich seitlich an Calimero legte. Naja, unter einem Liegeplatz in einem Hafen hatten wir uns definitv etwas anderes vorgestellt. Nach dem Bezahlen haben wir sofort die Duschen gestürmt, denn wir hatten keine Lust später vor belegten Duschen warten zu müssen, denn es gab jeweils nur 2 Duschen für Frauen und für Männer. Nach dem Duschen, haben wir uns auf den Weg nach Gouda gemacht. Gouda hat einen schönen alten Stadtkern, hier ein paar Fotos (Rathaus und Käsewaagehaus) :

Aber der Weg vom Hafen bis zum alten Stadtkern war alles andere als einladend.

Der Höhepunkt des Tages war ohne Zweifel das super Abendessen in einem kleinen griechischen Restaurant.

Am nächsten Morgen haben wir um 8 Uhr die Leinen gelöst. Dies hatten wir schon im Vorfeld mit unserem Bootsnachbarn abgesprochen, damit das Ablegen reibungslos ablaufen würde. Dies war aber kein Problem da sie auch um 8 Uhr los wollten.  Unser erklärtes Ziel heute war das Hollands Diep zu erreichen. Wir fuhren die Ijssel runter, an Capelle  und Krimpen aan der Ijssel vorbei bis zur Spoorbrug von Dordrecht.

Hier mussten wir dann leider über eine halbe Stunde warten bis die Brücke geöffnet wurde.

Während der Wartezeit, habe ich diese Foto von Dordrecht gemacht.

Vue Dordrecht

Dordrecht ist bestimmt auch einen Besuch wert, aber da wir ja schon durch die Schlechtwetterwoche viele Ferientage verloren hatten, mussten wir jetzt schneller voran kommen und Strecke machen. Wir hatten jedoch Glück, denn ausser an der Dordrechtbrücke, mussten wir nirgends lange warten, so dass wir dann doch recht flott voran kamen. Der Strom schob uns zügig voran denn teilweise fuhren wir mit über 7 Konten. Im Hollands Diep angekommen, enschieden wir uns nach Strijensas in den Hafen zu fahren, denn erstens war so langsam wieder Pippizeit für Chico und zweites näherte sich zweifelslos eine dicke graue Regenfront. Bis jetzt waren wir, ausser ein paar Tropfen, den ganzen Tag recht trocken geblieben. In Strijensas angekommen, machte ich mich mit Chico auf Erkundungstour, zum Leuchtturm und durch das angrenzende Naturschutzgebiet. Natur pur. Hier ein paar Bilder :

Ich genoss diesen Spaziergang durch diese naturbelassene Landschaft, nur Vögel, Schwäne, sonst nichts, keine Menschenseele. Chico lies seiner aufgestauten Energie freien Lauf und flitzte hin und her. Als es dann leider mit regnen anfing, zog ich es vor mich auf den Rückweg zu begeben. Doch es dauerte nicht lange, da hörte es auf langsam zu regnen, so dass wir beide plitschnass am Boot angekommen sind. Nachdem ich Chico abgetrocknet hatte,  schnappte ich mir meine Duschsachen und genoss ausgiebig eine gute warme Dusche.

Es regnete den ganzen Abend in Strömen, so dass es die richtige Entscheidung war, unser Törn an diesem Tag hier zu beenden bevor es richtig los ging.

Wir blieben diesen Abend auf Calimero. Es zog uns nicht mehr nach draussen.

Am nächsten Morgen sah die Welt schon wieder ganz anders aus, blauer Himmel, erste Sonnenstrahlen…

Der Hafen von Strijensas liegt eigentlich sehr schön, total im Grünen, aber das Dorf ist nicht besonders sehenswert, ausser diese schön renovierte Brücke mit Schleuse, sofort neben dem Hafen. Die gefiel mir sehr gut, so dass ich sie im Bild festgehalten habe :

Breck Strijensas

Am nächsten Morgen hatten wir nur eine kleine Strecke zurückzulegen, denn unser heutiges Ziel war Willemstad. Ich hatte mehrmals gelesen, dass Willemstad eine der sehenswertesten Städte der Niederlande wäre und ich muss zugeben, wir waren auch sehr angetan. Der Hafen fügt sich schon sehr schön an die Festungsmauer an, sehr sauber und gepflegt.

Calimero Hafen

Willemstad ist eine alte Festungsstad, sternförmig angelegt mit vielen noch erhaltenen Bunkern. Der alte Stadkern ist wirklich sehenswert, viele liebevoll renovierte Häuser. Hier ein paar Eindrücke :

Ganz zur Freude von Chico, gab es hier auch ein paar schöne Spazierwege an den Festungskanälen entlang. Willemstad ist ohne Zweifel einen Besuch wert.

Am nächsten Morgen, nach einem guten Frühstück mit frischen Croissants und Brötchen, haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Heutiges Ziel, das Greveldinger Meer. Je nachdem wieviel Wartezeit wir an den einzelnen Schleusen hätten, wollten wir entweder bis nach Bruinisse oder weiter hoch nach Brouwershaven fahren.

Natürlich dauert es immer eine gewisse Zeit bis man durchgeschleust ist, aber es ging eigentlich noch verhältnismässig gut. Wir mussten an keiner Schleuse lange warten bis wir reinfuhren durften. Das Schleusemanöver verlief auch immer ohne Probleme, ausser an der letzten Schleuse bei Bruinisse, da verhedderte sich das Seil, so dass ich es nicht mehr losbekam als Guy ablegen wollte. Doch Guy reagierte intuitiv richtig und legte den Rückwärtsgang ein, so dass er das Seil freibekam. Er verfluchte mich, das sah ich ihm an und ich wusste, dass ich ihn jetzt in Ruhe lassen muss und einfach am Besten nichts sage …

Mich hat es ja auch tierich genervt, dass ich ihn wieder in diese brenzlige Situation gebracht habe, wo sicherlich viel mehr hätte passieren können. Aber, ich werde den selben Fehler in derselben Situation sicher nicht noch einmal machen, da bin ich mir sicher !

Als wir dann, zwar leicht gestresst, aber unbeschadet im Greveldinger Meer angekommen waren, entschlossen wir uns die noch verbleibenden 7 sm bis nach Brouwershaven zu fahren. Brouwershaven ist auch ganz nett, aber kein Vergleich mit Willemstad.

Hier ein paar Fotos vom Marktplatz :

Heute morgen haben wir uns dann auf den Weg gemacht um die Inseln im Greveldinger Meer zu erkunden. Hier und da tauchte ein Kopf, ein Rücken oder einen Schwanz auf, es waren Robben, süss !

Den Tag haben wir heute ganz relax auf der Insel Ossehoek verbracht. Ein bischen spazieren, Sonne tanken, zwischendurch kurz ins kühle Nass…Wir haben einfach nur die Seele baumeln lassen und den zurückgekehrten Sommer genossen.

Und…ein bischen Blog geschrieben 😉

Morgen wollen wir noch ein bischen im Greveldinger Meer bleiben, noch andere Inseln erkunden, vielleicht noch einen Ankerstopp an den Archipelinseln bevor wir dann den Haven von Bruinisse ansteuern. Danach soll es weiter durch die Osterschelde Richtung Roompot und die Nordsee gehen, so der Plan…

Raymonde

 

 

 

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Medemblik-Den Oever-Texel-Enkhuizen-Volendam

Ich konnte mich nicht so recht entscheiden ob ich diesen Blog « Der Anfang unseres Sommertörns » oder « Der Kampf mit dem Wetter » nennen sollte. Daher habe ich mich für eine neutrale Überschrift entschieden….

Geplant hatten wir unseren Sommertörn so, dass wir zuerst Richtung Norden um dann über Den Oever und einem kurzen Stopp auf Texel weiter über die Nordsee Richtung Ijmuiden und anschliessend Scheveningen und anschliessend noch weiter südlich zu segeln.

Die Wettervorraussichten sahen auch anfangs vielversprechend aus, doch leider hielt das gute Wetter nicht mehr lange an.

Am Dienstag morgen sind wir also von Lelystad nach Medemblik gesegelt. Wir kamen richtig gut voran, die Sonne strahlte und so kamen wir gutgelaunt am Nachmittag in Medemblik an.

Die Einfahrt in den Hafen von Medemblik an der Burg vorbei ist schon immer ein besonderer Moment, den ich versucht habe auf diesem Foto festzuhalten.

Einfahrt Medemblik

Der Hafenmeister kam uns sofort entgegen als wir in den Hafen einbogen und wies uns eine Box für Calimero zu. Nach dem obligatorischen Anlegerbier, machte ich mit Chico eine kleine Gassitour durch den Park und um die Burg herum.

Hier ist dann auch dieses schöne Foto entstanden :

Chico Burg

Wieder auf Calimero angekommen, wollte ich einen Tisch in unserem Lieblingsrestaurant in Medemblik reservieren…und die Enttäuschung lies nicht auf sich warten, denn der Restaurant « Artist » hat Dienstags geschlossen 😠

So haben wir uns dann für Plan B entschlossen und sind abends zu dem kleinen Restaurant in der Nähe der Brücke spaziert, denn da hatten wir auch schon gut gegessen…zweite Enttäuschung…auch dieser hatte Dienstags zu 😠

Fazit : in Urk ist Sonntags fast überall geschlossen, in Medemblik Dienstags.

So haben wir uns dann für das Hafenrestaurant entschieden, welches uns aber nicht wirklich überzeugen konnte. Naja, aber wir hatten ja nicht gerade die Qual der Wahl….

Am Mittwoch morgen habe ich uns frische Brötchen und Croissants besorgt…hmmm, lecker.

Bevor wir Calimero wieder startklar gemacht haben, sind wir noch zum Tierfachhandel spaziert, denn Chico brauchte ein neues Geschirr, denn das andere wird ihm so langsam zu eng und ist im Sommer auch nicht ideal, weil es die Wärme am Körper hält und nicht viel Luft an Rücken und Brust läst.

Hier konnten wir dann ein Erfolgserlebnis feieren, denn nach kurzem Anprobieren hatten wir ein Passendes gefunden. Natürlich gab es auch noch ein paar Bälle zum Spielen 😉

Zurück auf Calimero, haben wir alles startklar gemacht, Kurs Den Oever.

Den grössten Teil der Strecke konnten wir segeln, nur den letzten Teil im Fahrwasser Richtung Schleuse, mussten wir motoren. Die Wartezeit vor der Schleuse hielt sich auch in Grenzen, denn es wollten nur wenige Boote raus ins Waddenmeer.

Das Schleusen verlief ohne Probleme…mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team.

Da der Gezeitenstrom erst spät am Abend wieder günstig für uns wäre für die Überfahrt nach Texel, haben wir beschlossen diese Nacht im Waddenhaven von Den Oever zu verbringen. Hier kam man sich jedoch wirklich ein bischen wie am Ende der Welt vor…ein Hafen inmitten von …naja, der einen Seite eine riesige Baustelle und einem Industrie-Fischerhafen und der anderen Seite Vogelschutzegebiet und Waddenmeer.

Hafen Den Oever

Nach einem Spaziergang mit Chico am Deich entlang, haben wir heute auf Calimero geduscht, denn die Duschen im kleinen Sanitärgebäude wirkten nicht besonders einladend auf uns und erschwerend kam hinzu, dass man noch eine spezielle Magnetkarte brauchte, die wir uns aber nicht extra für heute besorgen wollten.

In diesen Situationen schätzen wir es sehr, dass wir eine Warmwasserdusche im Bad von Calimero haben. Nachher muss natürlich alles wieder getrocknet werden, aber das ist halb so schlimm.

Der Hafenmeister hat uns ein gutes Restaurant fürs Abendessen empfohlen und wir folgten seinem Rat und erlebten diesmal keinen Reinfall… war wirklich sehr lecker, nur die Hintergrundmusik entsprach nicht so wirklich unserem Geschmack, amerikanischer Musikstil der 60er…

Am nächsten Morgen haben wir einen Spaziergang durch Den Oever bis zum Supermarkt gemacht und staunten nicht schlecht, dass überall die Häuser und Strassen mit Fähnchen und Fischdeko geschmückt waren.

Fändeldeco Den Oever

Wandmillen Den Oever

Unser Schiffnachbar klärte uns auf, dass vom 24-28 August das berühmte Fischfest in Den Oever stattfinden würde. Hier würde man dann überall lecker Fisch zu essen bekommen und das ganze Dorf wäre in Feierlaune. Ich glaube sie konnten es nicht wirklich nachvollziehen, dass wir am kommenden Morgen, einen Tag vor dem grossen Fest, die Leinen losmachten um nach Texel zu segelen und nicht dem Fischfest einen Besuch abstatten würden.

Die Überfahrt nach Texel ging sehr schnell. Wir brauchten nur etwa 2 ½ Stunden bis wir den Hafen von Texel erreicht hatten. Aber es war heftig oder soll ich es eher sportlich nennen: 30 Grad Krängung bei 2. Reff, meistens über 30 Knoten hart am Wind, 1,5m Welle. Ich war jedenfalls froh als wir ankamen…und Chico auch…

Noch nie hatten wir soviel freie Boxen im Sommer im Texelhafen gesehen. Wir konnten uns wirklich eine ganz nach unserem Geschmack aussuchen. Doch das hatte natürlich auch seinen Grund : die Wetterprognosen waren alles andere als berauschend. Schon am Abend erreichten die ersten Regenwolken Texel und wir kamen durchnässt am Hafenrestaurant an. Wenigstens war es drinnen schön schnukelig warm.

Am Freitag morgen wollten wir mit unserem elektrischen Roller zur Westseite von Texel fahren um dort einen ausgiebigen Strandspaziergang mit Chico zu machen…so wie letztes Jahr, denn das hatte uns richtig gut gefallen.

Doch leider wurden wir auf halber Strecke schon wieder von einem Regenguss überfallen. Da wir schon die ganze Zeit gegen den Wind ankämpfen mussten, waren wir schon ziemlich ausgekühlt und jetzt noch nass… die Lust war uns vergangen, denn lange würden wir bei diesem Wind und Wetter auch nicht über den Strand spazieren gehen…also zurück zum Hafen.

Hier versuchten wir uns dann die Zeit so gut wie möglich zu vertreiben (ich schrieb zb den letzten Blog übers Ketelmeer) und wenn dann mal kurz die Sonne zum Vorschein kam, dann schnell die Lucken auf zum Belüften und Kleider trocknen und dann schnell wieder zu, wenn die nächsten Regentropfen fielen…

Das drückt dann schon auf die Laune, schliesslich sind es ja unsere Sommerferien.

Ich weiss, eigentlich kann man sich über diesen Sommer 2018 wirklich nicht beklagen, aber ein Segeltörn wird total vom Wetter beeinflusst. Wenn das nicht mitspielt oder der Wind nicht aus der angekündigten Richtung kommt oder die Wetterprognosen sich dauernd ändern, so dass man nicht wirklich planen kann, dann nervt das total und drückt erheblich auf die Stimmung. Schliesslich haben wir uns beide lange auf diese Sommerferien auf Calimero gefreut und dann jetzt so ein sch…. Wetter.

Wir wollten ja ursprünglich von Texel nach Den Helder und von da aus weiter nach Ijmuiden über die Nordsee. Doch die nächsten Tage sind nur Starkwind, über 2 Meter Welle, weniger als 15 Grad und Regen gemeldet. Darauf hatte ich definitiv keine Lust und ich machte Guy klar, dass ich unter diesen Gegebenheiten keine 40 sm nach Ijmuiden segeln will.

Ich denke, wäre er alleine gewesen, er hätte an seinem Plan festgehalten. Alles andere wäre ja einer Niederlage gleichgekommen. Männer halt…aber ich hatte keine Lust darauf, für mich soll segeln und die Fahrt auch ein bischen angenehm sein. Sind ja, wie schon erwähnt, Ferien.

So haben wir dann beschlossen am Samstag nachmittag mit dem Gezeitenstrom wieder Richtung Den Oever zu segeln und dann sofort weiter ins südliche Ijsselmeer nach Enkhuizen. Guy wollte soviel wie möglich Strecke machen, dass wir so schnell wir möglich Richtung Amsterdam kämen um dann von dort aus entweder weiter nach Ijmuiden zu fahren oder die Staandemastroute Richtung Vlissingen zu nehmen.

Die Überfahrt von Texel nach Den Oever ging wieder sehr flott, aber der ständige Rückenwind in Kombination mit relativ hohen Wellen von hinten verlangten Guy eine solide Ruderleistung ab. Als wäre das nicht genug, nein, regelmässig wurden wir von neuen Regenschauern durchnässt. Immer dann, wenn wieder fast alles trocken war, dann kam die nächste Schauer…nein, macht keinen Spass ! 😦

Als wir gedacht hatten, jetzt hätten wir das Schlimmste überstanden, wurden wir in der Einfahrt zur Schleuse Den Oever von einem Gewitter eingeholt mit Sturmböen und Hagel ! Zeitweise hatten wir nur noch wenige Meter Sichtweite. Das war kein gutes Gefühl und mir schossen Gedanken durch den Kopf wie : hoffentlich kann Guy das Boot weiter auf Kurs halten, hoffentlich werden wir nicht irgendwo gegengedrückt, hoffentlich zieht das Gewitter schnell weiter…

In solchen Situationen ist es wirklich wichtig sich auf einen stärkeren Motor verlassen ze können. Wir waren beide erleichtert als wir Calimero  sicher und heil an der Wartemauer der Schleuse festgemacht hatten.

Ich funkte den Schleusenwächter an um zu erfahren, wann er die Schleuse ungefähr wieder öffnet, um zu wissen ob die Zeit für einen Kleiderwechsel reicht, denn ich war total durchnässt. Seine Antwort : wenn das Licht auf Grün wechselt, er wisse auch nicht genau wann…so ein Idiot…so eine bescheuerte Antwort hebt sicherlich nicht die Stimmung.

Als wir dann endlich durchgeschleust waren, mussten wir noch längere Zeit im Wartebereich vor der Brücke warten, bis wir dann auch endlich diese passieren konnten.

Danach nahmen wir Kurs Richtung Enkhuizen. Am Anfang konnten wir noch segeln, aber danach mussten wir die restliche Strecke motoren. Immer wieder ging unser Blick Richtung Himmel, denn überall waren dunkelgraue Regenwolken. Es war wirklich ein ständiges Zittern und Hoffen, dass die uns doch bitte nicht treffen würden. Doch eine Regenschauer bekamen wir dann doch so richtig ab und alles war wieder total nass. Schlussendlich war es halb neun abends als wir fröstelnd in Enkhuizen im Compagnieshaven ankamen. Guy machte sich sofort auf in die Dusche, während ich mit Chico auf Pippitour ging. Und wieder wurden wir nass, wieder eine Regenschauer…grrr

Heute hatten wir keine Lust mehr irgendetwas zu unternehmen. Wir machten uns noch eine Kleinigkeit zum Knabbern, noch eine Tasse Kaffee und dann ab in die Koje. War ein harter Tag und am kommenden Morgen wollten wir auch wieder vor 10 Uhr unterwegs sein mit dem Ziel Amsterdam.

Laut Wetterprognosen hätten wir heute Südwind haben sollten. Doch es kam natürlich wieder anders so dass wir schlussendlich Südwestwind hatten, genau aus der Richtung in die wir wollen, genau auf die Nase. Wir versuchten anfangs gegen Wind und Welle zu motoren aber nach und nach baute sich eine erhebliche Welle auf und jedesmal wenn Calimero mit dem Bug in die Welle stampfte, verloren wir erheblich an Geschwindigkeit. Diese ging dann zeitweise auf weniger als 4 Knoten Fahrt zurück. Ich fing an mit rechnen…wir hatten noch 20 sm vor uns, sollten wir kreuzen, dann erheblich mehr…ich hatte keine Lust auf 6-7 Stunden Kampf gegen Welle und Wind. Ich teilte Guy meine Überlegungen mit, aber diese teilte die gar nicht. Wir hätten uns Amsterdam als Ziel gesetzt, ich solle mich doch jetzt nicht so anstellen usw. Hmm, da waren wir wohl definitiv anderer Meinung und die Stimmung gereizt. Als wir dann eine Wende fuhren, denn inzwischen hatten wir wieder die Segel gesetzt und probiert mit Kreuzen schneller voran zu kommen, krachte es und wir mussten feststellen, dass die Schrauben der Klemme an welcher das Seil des Vorsegels zusätzlich gesichert wird, abgebrochen waren. Wahrscheinlich waren sie schon beim Schlagen des Vorsegels während der Überfahrt von Texel zurück nach Den Oever angerissen und jetzt hielten sie der Belastung nicht mehr stand.

Jetzt versuchte ich Guy noch einmal davon zu überzeugen doch bitte nach Volendam abzubiegen, hier würden wir dann ja vielleicht auch mit ein bischen Glück beim Bootzubehörgeschäft, das sogar Sonntags geöffnet hat, neue Schrauben bekommen.

Nur widerwillig änderte er seinen Kurs. Das Ganze käme mir ja jetzt mehr als gelegen meinte er…die Stimmung war auf dem Nullpunkt. Nicht schön 😠

In Volendam angekommen, machte Guy sich auf um neue Schrauben zu besorgen, während ich zum Hafenmeister und mit Chico auf Pippitour ging. Leider bekam Guy nicht die richtigen Schrauben, nur kürzere, so dass er die Klemme nur provisorisch befestigen konnte. Ist aber natürlich besser als nichts. Morgen versuchen wir unser Glück bei der hiesigen Werft, vielleicht haben die die richtigen.

Ich hoffe, dass das Wetter endlich besser wird und wir etwas angenehmere und entspanntere Segeltage erleben werden. Im Moment haben wir jetzt geplant morgen weiter nach Amsterdam zu segeln, was klappen müsste, WENN der Wind wie ankündigt kommt und dann, wenn es morgen abend einigermassen trocken bleibt, die Staandemast Route in Angriff nehmen.

Hoffentlich…

 

 

 

 

 

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Ketelmeer – Urk

Rückblick auf ein entspanntes Segelwochenende

Im Moment sind wir auf unserem 3wöchigen Sommertörn unterwegs. Seid gestern sind wir auf Texel, aber leider spielt das Wetter dieses Jahr nicht so wirklich mit. Nur 16-18 Grad, Windstärke 5 und immer wieder Regenschauer 😦

Das einzig gute daran…ich finde wieder genügend Zeit zum Schreiben.

Bevor ich auf unseren Sommertörn zurückkomme, will ich einen kurzen Rückblick auf ein sehr entspanntes Wochenende werfen.

Vor zwei Wochen waren wir bei herrlichem Sommerwetter ins Ketelmeer gesegelt und haben dort die Nacht vor Anker verbracht. Im Ketelmeer gibt es einige sehr nette Ankerplätze wo man wirklich inmitten von viel Natur, kleinen Inseln umgeben mit Schilf und vielen Schwäne eine sehr angenehme Zeit verbringen kann.

Fendel Calimero

Schwanen

Wir profitierten vom warmen sonnigen Wetter um ein paar Runden um Calimero zu schwimmen. Diese Abkühlung haben wir richtig genossen. Spontan kam Guy auf die Idee, wenn wir ja schon « nass » wären, dann könnten wir Calimero ein bischen von seinem grünen Schmutz befreien. Gesagt, getan. Wir machten an beiden Seiten zwei Festmacherleinen fest an denen wir uns weiterhangeln konnten. Mit einer Bürste bewaffnet, putzte Guy die Steuerbordseite und ich die Backbordseite. Das Ergebnis konnte sich nach einer halben Stunde wirklich sehen lassen 😉

Nach einer Freiluftdusche, haben wir uns ein leckeres Nudelgericht zubereitet und genossen nach dem Essen einfach nur diese Ruhe, diese relaxe Stimmung vor Anker.

Am Morgen durfte das erfrischende Bad im kühlen Nass natürlich nicht fehlen 😉 Nach dem Frühstück beschlossen wir mit unserem Gummischwein und Elektromotor auf Erkundungstour um die Inseln herum zu fahren. Hier war es an einer Stelle so flach, dass wir mit dem Beiboot auf Grund gelaufen sind. Aber war halb so schlimm, nur Schlick den wir da ein bischen aufgewirbelt hatten. Etwas weiter mussten wir auf ein weiteres Hindernis aufpassen. Überall waren Unterwasserpflanzen und sobald die sich im Propeller des Elektromotors verheddert haben, läuft dieser nicht mehr rund und hat viel weniger Power. Man merkt sofort die Vibrationen, wenn sich eine Pflanze daran verfängt. So versuchte ich Guy so gut wie möglich durch das Unterwasserfeld zu lotsen. Sobald wir wieder ins breitere Fahrwasser kamen, war dieser Spuck dann auch wieder vorbei. Als wir die Insel umrundet hatten, staunten wir ein bischen, dass die Batterie des Elektromotors noch immer über die Hälfte voll war, dies obschon er teilweise schwerer arbeiten musste und wir doch eine Stunde unterwegs waren, und wie wir nachher feststellten, über 4 sm gefahren waren…. Schon toll.

Wieder bei Calimero angekommen, machte ich dieses schönen Foto…

Calimero Anker

Nach einer kleinen Mittagsstärkung, haben wir uns dann auf den Weg Richtung Urk gemacht.

Urk

Hier wollten wir heute Abend in einem guten Restaurant, welches wir schon von einem früheren Urkbesuch kennen, zu abend essen. Doch daraus sollte leider nichts werden, denn als wir in Urk ankamen, staunte ich nicht schlecht, dass das Hafenbüro Sonntags geschlossen war. Und nicht nur das Hafenbüro, fast alle Restaurants, ausser zwei, haben in Urk Sonntags geschlossen. Wir konnten das nicht so recht nachvollziehen, denn der ganze Hafen war gerammelt voll mit Booten (wir ergatterten die letzte noch freie Box), überall spazierten Leute und dann hat fast alles geschlossen…und dies Anfangs August…mitten in den Sommerferien. Naja…schon komisch.

Wir entschlossen uns dann nicht zu lange zu warten und machten uns relativ früh auf um noch einen Tisch in einem der beiden geöffneten Restaurants zu ergattern.

Nach dem Abendessen, machten wir noch einen kleinen Sonnenuntergangspaziergang durch Urk und fielen dann in unsere Koje, denn am Montagmorgen wollten wir früh aufbrechen um nicht zu spät in Lelystad anzukommen.

Ein entspanntes Wochenende mit herrlichem Sommerwetter neigte sich also wieder seinem Ende zu, aber wir hatten es in vollen Zügen genossen 🙂

Raymonde

 

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